MIttelformat oder Kleinbild

Filmmaterial

Der Übersichtlichkeit halber habe ich meine kurze Filmübersicht von der Seite „Analoge Ausrüstung“ ausgelagert.

Ich beziehe meine Rollfilme entweder bei Foto Görner (hier am liebsten) in Dresden, oder bestelle sie über gleich über macodirect. Für Sparfüchse empfehle ich macodirect, wer allerdings auch für den Fortbestand kleiner, privater Fotolabore (z.B. Foto Görner in Dresden) sorgen will, der sollte dort kaufen – bei bestimmten Artikeln sind sie manchmal auch günstiger und eine kleine Fachsimpelei gibt’s auch noch dazu. Entwickeln lasse ich meine Filme (Rollfilm und Kleinbild) natürlich bei Foto Görner. Vielleicht darf ich irgendwann auch mal unser Bad als Dunkelkammer missbrauchen und kann wenigstens die S/W-Filme selber entwickeln ^^
Fast alle Filme sind Rollfilme im Format 120. Bei den Kleinbildfilmen im Format 135 habe ich KB in Klammern dahinter geschrieben.

  • Agfa APX 400 (KB)

Agfa APX400

Ein eher durchschnittlicher S/W-Film. Deutlich sichtbares Korn, die Schärfe ist okay und die TIFFs haben nicht viel Spielraum. Seine spektralen Empfindlichkeiten sind nicht mein Fall: grün, gelb und violett sehr gesteigert, rot und türkis reduziert. Er gefällt mir insgesamt nicht wirklich und ich werde ihn nicht nochmal kaufen.

  • Bergger Pancro400Bergger Pancro400

Ein ganz neuer Film aus Frankreich. Wobei ganz neu wohl nicht stimmt, eher unter neuem Namen wiederaufgelegt. Seine Emulsion besteht aus einer Mischung von kubischen und Flachkristallen. Damit soll ein bonders hoher Dynamikumfang erreicht werden. Den hat er auch! Dazu kommen noch eine hervorragende Schärfe und sehr geringes Korn. Ich mag ihn sehr und hab ihn deswegen in etwas größerer Stückzahl auf Vorrat gekauft.

  • Fujifilm Pro 160NS

Knackig scharf, kaum Korn, aber in meinen Augen etwas zu sehr gesättigt bzw. bunt. Gut scanbar mit einigen Reserven (16bit-TIFF). Auch die zweite Rolle 160NS lieferte nicht die Ergebnisse, wie ich sie gern hätte. Der Kodak Ektar 100 gefällt mir deutlich besser.

  • Fujifilm Pro 400H

Fuji400H

Sehr gute Schärfe, relativ unauffälliges Korn und die Farbwiedergabe ist einfach spitze. Genau mein Film! Kann man ruhig 1/3 – 2/3 Blenden überbelichten (EI250-320). Auch 2 Blenden Überbelichtung verkraftet der 400H (ist mir Ausversehen mal passiert). Sehr gut scanbar und bietet noch einige Reserven in den TIFFs. Allerdings ist er nicht ganz billig.

  • Fujifilm Neopan Acros 100

Fuji Neopan Acros 100

Wahnsinn, mehr muss man fast nicht dazu sagen. Sehr geringes Korn, extrem scharf und eine hervorragende Durchzeichnung. Dazu kommt noch der kaum ausgeprägte Schwarzschildeffekt, selbst bei 120s Belichtungszeit muss nicht korrigiert werden. Bis 1000s muss lediglich eine halbe Blende zugegeben werden. Das ist Einmalig unter den S/W-Filmen. Ich belichte ihn nach Angabe (ISO100) bzw. 1/3 Blende reichlicher (EI80). Pefekt für Landschaft, Architektur, Studio und Langzeitbelichtungen. Sehr gut scanbar dank guter Planlage. Die TIFFs haben reichlich Reserven.
Er hat eine leicht erhöhte Gelbempfindlichkeit, dafür ist die Grünempfindlichkeit etwas reduziert.

  • Fujifilm Superia X-tra 400 (KB)

Wirklich nicht verkehrt für einen recht preisgünstigen Farbfilm und dem Kodak Farbwelt 200 weit überlegen. Für ISO400 sehr geringes Korn und hervorragende Schärfe. Auch die Farben werden sehr angenehm wiedergegeben. Und die Dynamik ist wirklich erstklassig, man muss ihn schon sehr stark überbelichten, um die Lichter zum Ausfressen zu bringen – auf die Schatten belichten und es passt. Gut scanbar ist er auch, was aber die meisten Kleinbildfilme sind. Gibt es nur für Kleinbild. Da ich mich aufs Mittelformat konzentrieren werde, brauche ich nur noch die Bestände auf.

  • Fujifilm Velvia 50

Wahnsinn, diese Farben, diese Schärfe. Er ist zwar teuer, aber jeden Cent wert! Ich hätte nie gedacht, dass ich mal so sehr auf Diafilm stehen würde. Vor allem für Landschaftsaufnahmen ist er perfekt.

  • Ilford FP4 Plus (ISO125)

Sehr scharf, kaum Korn, kontrastreich und viel Belichtungsspielraum. Der HP5+ ist etwas universeller einsetzbar, aber der FP4+ bekommt trotzdem seine Einsätze. Gut scanbar (16bit-TIFFs haben noch viel Spielraum). Sollte nach meiner Erfahrung lieber etwas überbelichtet werden (1/3 – 2/3 Blenden, also EI80-100). Belichtet auf EI200 und in der Entwicklung eine Blende gepusht gefällt er mir aber deutlich besser, da er dann deutlich knackiger ist und trotzdem kaum Korn zeigt. Da mir der Fuji Acros 100 und der Kodak T-max 100 trotzdem besser gefallen werde ich meine Bestände am FP4+ nur noch aufbrauchen und nicht mehr auffüllen.

  • Ilford HP5 Plus (ISO400)

Grünewalder Lauch V

Hohe Kantenschärfe, angenehmes Korn, kontrastreich und viel Belichtungsspielraum. Langzeitbelichtungen sind wegen des schon sehr extrem ausgeprägten Schwarzschildeffektes nicht seine Stärke. Gefällt mir gut und ist preislich auch vollkommen okay. Gut scanbar (16bit-TIFFs haben noch viel Spielraum). Trotzdem bekommen die beiden Kodaks (Tri-X und T-max 400) und der Rollei RPX400 von mir den Vorzug.

  • Ilford Pan F Plus (ISO50)

IlfordPanF

Heiliger Strohsack, das ist wohl der perfekte niedrig-empfindliche S/W-Film. Fast kein Korn, extrem scharf und sehr kontrastreich. Den werde ich wohl immer auf Lager haben. Passt sehr gut zu meiner Fotografie. Perfekt für Landschaftsaufnahmen, aber auch für Portrait- und Aktaufnahmen, wenn man auf etwas mehr Kontrast steht. Hat leider, wie alle Ilford-Filme, mit einem ausgeprägten Schwarzschildeffekt zu kämpfen und ist daher für Langzeitbelichtungen im Minutenbereich nicht ganz so gut geeignet.

  • Kodak Ektar 100

KodakE100

Kaum sichtbares Korn und sehr angenehme Farbwiedergabe. Eher ein Film für helle Tage, weil er vor allem Überbelichtungen gut wegstecken kann. Richtig satt belichtet haben die Negative eine hervorragende Dynamik und auch die TIFFs haben noch Reserven.
Es fällt doch auf, dass ein paar meiner Rollen etwas überlagert sind: kleinere Farbverschiebungen und ungleichmäßiges Rauschen. Trotzdem mag ich ihn mehr als den Fuji 160NS.

  • Kodak Farbwelt 200 (KB)

Er ist okay, aber jetzt auch nicht so der Überflieger. Ein sehr einfacher Farbfilm mit dezenter Farbwiedergabe. Meine Exemplare sind überlagert und womöglich deswegen schon etwas körniger. Die Produktion wurde eingestellt und deswegen gibt es da für mich keinen Nachschub. Ich werde wohl im Kleinbild-Bereich eher in Richtung der Fuji Superias oder Kodak Portras gehen.

  • Kodak Portra 160 (Rollfilm und KB)

Vanessa - Kodak Portra 160 (RB67)

Ein ausgesprochen gutmütiger Portaitfilm, der eine (leichte) Überbelichtung ganz gern hat. So erscheinen die Hauttöne noch samtiger und es kommt allgemein ein sehr schöner, verträumter Look zustande. Sehr gut scanbar, mit einigen Reserven.

  • Kodak Portra 400

Vanessa - Kodak Portra 400 (RB67)

Die Alternative zum Fuji Pro 400H, aber speziell für Portraits ausgelegt. Er hat eine etwas wärmere Farbwiedergabe als der Fuji, und zeigt ebenfalls kaum Korn für einen ISO400 Film. Aber rein subjektiv vom Look her gefällt mir der Fuji 400H einen Ticken besser. Für Portraits ist er jedoch optimal, vor allem leicht überbelichtet zaubert er samtige Hauttöne. Bei Unterbelichtung recht ausgeprägtes Korn und Farbrauschen (mehr als beim Fuji 400H). Also belichte ich ihn lieber etwas reichlicher.

  • Kodak T-max 100

Nach dem ersten Begutachten der Negative ein sehr scharfer und feinkörniger Film mit schönem Kontrast. Der Acros von Fuji gefällt mir aber besser, deswegen werde ich ihn nicht mehr kaufen.

  • Kodak T-max 400 (Rollfilm und KB)Kodak T-max 400

Soll dank Flachkristall-Technologie etwas feinkörniger als der Tri-X sein. Würde ich jetzt so nicht unterschreiben, die Unterschiede sind allenfalls marginal. Was tatsächlich sichtbar ist, sind die feiner abgestuften Grautöne in den Mitteltönen. Außerdem hat er mehr Reserven in den Tiefen, aber dafür weniger in den Lichtern.

  • Kodak Tri-X 400 (Rollfilm und KB)

Nikon FM2 mit Kodak Tri-X 400

Der Klassiker unter den S/W-Filmen. Ja, er zeigt Korn, aber er hat Charakter und das gefällt mir. Die spektralen Eigenschaften sagen mir sehr zu und die Negative haben einen guten Dynamikumfang. Sehr gutmütig bei Fehlbelichtungen, vor allem bei Überbelichtungen. Leider auch recht teuer (zwischen 5,50€ und 6€ für einen KB-Film, ca. 5€ für einen Rollfilm).

  • Rollei ATO 2.1

Rollei ATO 2.1

Der ATO 2.1 ist ein orthochromatischer Film, sprich er ist völlig unempfindlich gegenüberder Farbe rot und recht unempfindlich gegenüber der Farbe gelb. Das an sich ist schon eine Herausforderung, dazu kommt jedoch noch die niedrige Nennempfindlichkeit von ISO25. Meine erste Rolle führte dann letztlich nur zu 2 brauchbaren Ergebnissen. Liegt daran, dass er eher eher bei ISO6 bis ISO12 liegt, was seine Empfindlichkeit betrifft. Er neigt stark dazu, sich wieder aufzurollen. Und dazu scheint die Emuslion unsauber aufgebracht zu sein. Es sind eine Menge Streifen auf den Negativen, die nicht vom Entwickeln oder Spulen in der Kamera kommen können.
Sowohl die Streifen, als auch die eigentlich niedrigere Empfindlichkeit hatte ich schon vorab im Netz gelesen, wollte mir jedoch eine eigene Meinung bilden.

  • Rollei RPX25

Das niedrig-empfindliche Pendant von Rollei zum Ilford Pan F Plus. Auch er ist extrem scharf und zeigt kaum Korn. Der Tonwertumfang ist ebenfalls klasse. Seine verminderte Gelb-Empfindlichkeit gefällt mir sehr gut, so sehen die Fotos auch ohne Farb-Filter gut ausgewogen aus, wenn die Sonne mal etwas kräftiger scheint. Lässt sich gut scannen, allerdings neigen die Negative dazu sich wieder aufzurollen. Durch das Einklemmen im Negativhalter beeinträchtigt das das Scannen jedoch nicht. Anmerken wollte ich es trotzdem.

  • Rollei RPX400

Die Alternative zum HP5+ von Ilford zu einem günstigeren Preis. Sehr angenehmes Korn und auch sehr scharf, schärfer noch als der HP5+ in meinen Augen. Sollte lieber etwas überbelichtet werden (EI250-320, zumindest bei der Entwicklung im Labor meines Vertrauens). Die Gradation gefällt mir bei ihm sehr gut, die Tonwerte werden gut differenziert wiedergegeben. Macht auch gepusht auf ISO1600 eine gute Figur, vor allem der Kontrast ist dann sehr schick. Insgesamt gefällt er mir etwas besser als der HP5+. Mir gefallen die beiden ISO400 S/W-Filme von Kodak einfach noch einen Ticken besser, aber ich werde ihn trotzdem immer da haben, schon allein wegen des Preises.


Bei Gelegenheit werde ich noch weitere Filme testen: Fuji Provia 100F, Kodak E100, Rollei Ortho 25, Rollei Retro 400S.

Ein paar Worte zu Fuji

Ich mag Fuji sehr, die Kamera meiner Frau – eine X-M1 – und das X-System allgemein sind wirklich klasse, aber ihre Filmsparte ist eher abschreckend. Nicht, dass die Filme schlecht wären, im Gegenteil die sind spitze und teilweise besser als die Pendants von Kodak und Ilford. Aber irgendwie schrumpfen sie ihr Angebot kontinuierlich zusammen. Zuletzt wurde die Einstellung des sehr beliebten Sofortfilms FP-100C angekündigt. Vor ein paar Wochen verkündete Fuji zudem eine allgemeine Preiserhöhung für ihre Filme. Die Fuji-Filme sind ohnehin schon teurer als die von Kodak, Ilford, Agfa und Rollei. Noch liegt der Unterschied bei unter einem Euro pro Rollfilm, aber wenn sie so weiter machen, wird wohl bald die 1-Euro-Marke geknackt. Einerseits das Angebot eindampfen und andererseits die Preise anziehen, das kann doch nur schief gehen. Ich hoffe, Fuji überdenkt zeitnah mal seine Strategie, sonst verlieren sie bald ein gutes Stück ihrer Identität.