Aus Liebe zum Quadrat

Lange habe ich überlegt, was ich als nächtes hier schreiben würde. Was ich zeigen wollte, war klar, doch die richtigen Worte dazu wollten einfach nicht kommen. Also habe ich mich entschlossen, weniger zu schreiben, dafür mehr zu zeigen. Letztlich ist es doch etwas mehr Text geworden 😉

Seit meinem Homeshooting mit Doreen benutze ich fast nur noch die Hasselblad zum Fotografieren. Meine anderen Mittelformatkameras bleiben derzeit meist unbeschäftigt. Also sind die Fotos meiner freien Projekte, egal ob Menschen, Natur oder Landschaft, generell im klassischen 6×6-Format. Es ist zudem auch so, dass ich mittlerweile, abgesehen von Panoramaformaten (6×12 und breiter), nur noch das quadratische Format interessant und spannend finde. 4:3 und 3:2 langweilen mich einfach und strahlen für mich keinen Reiz mehr aus. Ich weiß auch nicht, warum das so ist.

Es ist ein typisches Henne-Ei-Problem. Mag ich das quadratische Format, weil ich so gern mit der Hasselblad fotografiere? Oder mag ich die Hasselblad, weil ich das quadratische Format so toll finde? Ich kann es nicht sagen. Am Ende ist es wohl so, dass ich das Format als auch die Hasselblad einfach sehr mag. Für mich bildet beides eine harmonische Einheit, sodass ich gar keinen Bedarf mehr habe im Mittelformat andere Kameras zu nutzen. Hatte ich sonst immer wieder das Verlangen, mir ständig neue Rollfilmkameras für diesen oder jenen Zweck zu kaufen, so ist dieses andauernde Habenwollen stark zurück gegangen. Vielmehr habe ich meine Art zu fotografieren angepasst. Das Quadratische Format zwingt mich hin und wieder zu Kompromissen, doch meist bekomme ich es doch irgendwie hin, das Bild in meinem Kopf entsprechend umzusetzen. Ist der notwenige Kompromiss zu groß, nehme ich den Finger vom Auslöser und mache das Foto schlicht und einfach nicht. Manchmal sollte man ohnehin lieber den Moment genießen und nicht dem nächsten Foto nachjagen.

So kam es, dass ich bei den meisten Fototouren hauptsächlich mit der Hasselblad fotografiert habe, teilweise auch ausschließlich. Bei diesen Ausflügen habe ich sowohl Schwarzweiß- als auch Farbfilme genutzt, doch am Ende sind es die Farbfotos, die ich zeige. Liegt auch daran, dass ich für eine gewissen Buntheit fotografiert habe (und die Schwarzweißfilme größtenteils noch unentwickelt bei mir im Schrank liegen).

Ich habe mir zudem angewöhnt, mehr oder weniger nach dem Zonensystem von Ansel Adams zu belichten. Ja, das funktioniert nicht nur bei Schwarzweißfotos, sondern auch bei Farbaufnahmen prächtig. Das Einmessen gelingt mir meist ganz gut, manchmal kürze ich aufgrund von Zeitmangel auch ein kleines Bisschen ab. Letztlich zeigen sich die von mir genutzten Farbfilme jedoch alle sehr gutmütig und verzeihen auch mal den ein oder anderen Fehler bei der Messung oder bei der Kamerabedienung. Mein Anspruch ist es trotzdem, technisch sauber zu belichten, denn erst dann entfalten die meisten Farbfilme ihre jeweilige Charakteristik vollkommen.

Farbfilm ist ein gutes Stichwort. Ich habe mittlerweile ausgiebig gestestet, was der Markt da so her gibt und für die meisten Fälle meinen Favoriten gefunden. Für Landschaften allgemein ist der Fujifilm Pro 160NS der Film meiner Wahl. Für Sonnen-Auf- und Untergänge ist der Kodak Ektar 100 aufgrund seiner etwas wärmeren Abstimmung ideal. Für Portraits, aber auch Naturfotos, finde ich den Kodak Portra 160 sehr gut. Für spezielle Anwendungsfälle gibt es dann noch den CineStill 50D, der allerdings exorbitant teuer ist. Nicht, dass die Mittelformat-Analogfotografie in irgendeinem Punkt wirklich preiswert wäre, aber 13€ für einen Rollfilm beim CineStill sind dann doch selbst dafür ein bisschen sehr happig.

Holla die Waldfee, jetzt sind es doch ganz schön viele Worte geworden. Ich hoffe, dass ich demnächst wieder mehr dazu komme, hier etwas zu schreiben und zu zeigen.

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