Bunt, bunter, IGA Berlin

IGA Berlin 2017

Mitten in Berlin-Marzahn befindet sich das Gelände der Internationalen Gartenausstellung (IGA), die Gärten der Welt. Während Marzahn an sich keine Reise wert ist (sorry liebe Berliner!), die IGA ist es umso mehr. Nicht nur Blumen- und Gartenfreunde kommen hier auf ihre Kosten, auch zu einem entspannten Spaziergang läd das weitläufige Areal ein. Für Groß und Klein gibt es reichlich Möglichkeiten, für die einen Spielplätze, für die anderen Blumen und Pflanzen. Um die Kinderbespaßung soll es hier nicht gehen, sondern um die Gärten, vor allem um die nach asiatischem Vorbild.

Ist dort alles super und toll? Nein, natürlich nicht. Es gibt von den einzelnen Gärten teilweise bessere Beispiele an anderer Stelle. Macht aber alles nichts. Es ist die Abwechslung und Vielfalt der Gärten der Welt, die das Ganze zu einem besonderen Erlebnis werden lassen. Langweile kommt hier nicht auf. Auch zwischen den verschiedenen Gärten gibt liebevoll gestaltete Beete mit einer Vielzahl an Blumen zu bewundern.

Besonders angetan hat es mir der Koreanische Garten. Nicht, weil da super exotische Pflanzen zu sehen waren, nein, das Konzept an sich finde ich klasse. Aus botanischer Sicht ist da eigentlich nicht viel zu sehen. Aber von der Anlage her, mit all den kleinen und großen Details, ist das schon ein schickes Ensemble. Ich bin ja sowieso ein Fan des Fernöstlichen und für deren Art der Landschafts- und Gebäudearchitektur empfänglich. Folglich ist das genau meins gewesen und ich habe mich dort wohl gefühlt.

Weniger begeistert war ich hingegen vom japanischen Garten. Liegt vielleicht auch daran, dass ich davon schon einige gesehen habe und mein Anspruch daher etwas höher angesiedelt ist. Ich möchte damit nicht sagen, dass er hier in den Gärten der Welt schlecht wäre, nein, er ist nur nichts besonderes. Die Liebe zum Detail ist es, die ich hier etwas vermisse. Er ist trotzdem schön und der Zen-Teil macht schon was her. Leider wird die Zen-Ruhe durch die Massen an Leuten, die da durch den Garten rennen, gestört. Erstaunlicherweise waren es vor allem die Besucher, die anlässlich des Kirchentags zum Luther-Jubiläum in Berlin weilten, die jeglichen Respekt vor der Stille dieses Ortes vermissen ließen. Ich möchte wirklich niemanden vorverurteilen, nur war es eben sehr auffällig.

Da aller guten Dinge drei sind, kommt nun noch ein fernöstlicher Garten, der Chinesische Garten. Er ist der größte von den drei gezeigten. Schön ist er auch, wobei hier ebenfalls gilt, es ist weniger das Pflanzenambiente was beeindruckt, es ist eher die Architektur. Natürlich darf hier auch der obligatorische Terrakotta-Krieger nicht fehlen, er steht allerdings etwas verlassen in einer Ecke. Konfuzius hat einen deutlich präsenteren Standort spendiert bekommen und kommt auch entsprechend besser zur Geltung. Im Chinesischen Garten war dann auch das einzige Mal, dass ich mein Stativ benutzt habe. Insofern war die Plackerei mit den 4kg Extragewicht nicht umsonst. Ein großes Leinwand-Exemplar der entstandenen Langzeitbelichtung hängt mittlerweile im Schlafzimmer meiner Schwiegereltern.

Ich zeige sie zwar hier nicht, möchte die Seilbahn trotzdem erwähnen. Wer das Laufen satt hat, kann sich in die Lüfte schwingen und das gesamten Areal aus einer Seilbahngondel begutachten und bestaunen. Es lohnt sich, zumal eine Mitfahrt auch keine Extrakosten bedeutet. Neben der „Tal-Station“ beim Haupteingang werden in einer Halle Blumen und florales Kunstwerk gezeigt. Auch hier gibt es viel zu sehen. Da ich aber schon den ganzen Tag auf Achse war, sind dort dann nicht mehr allzu viele Fotos entstanden, ich war einfach übersättigt von Blüten und Farben.

Eine weitere Attraktion sind die Wassergärten. Durch zahlreiche Düsen wird Wassernebel erzeugt, der die an den Wänden wachsenden Pflanzen benetzt. Sieht cool aus und war eine willkommene Abkühlung. In anderen „Abteilen“ sah es vollkommen anders aus, teilweise waren fast keine Pflanze vorhanden, nur Wasserinstallationen.

Alles in Allem hat sich die Fahrt nach Berlin mehr als gelohnt und ich kann einen Besuch der IGA nur empfehlen.


So und als kleinen Bonus gibt es noch eine große Kritik an der IGA. Warum gibt es dort fast nur asiatische Kost an den außerdem viel zu seltenen Verpflegungsstationen? Ich bin doch in Berlin und trotzdem bekomme ich keine einfache Currywurst mit Pommes an einem Stehimbiss? Also wirklich, da ist doch konzeptionell was völlig in die Hose gegangen. Außerdem gibt es viel zu wenige Sitzgelegenheiten für ältere Personen. Und mit Sitzgelegenheit meine ich stinknormale Bänke und keine Sonnenstühle mit Liegefläche aus Sackleinen aus denen kein Mensch mehr hochkommt.

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