Wenn zwei Kreativköpfe sich treffen …

Locken im Wind

… dann geht das entweder vollkommen in die Hose oder es entsteht eine faszinierende Kooperation.

Warum diese Einleitung? Und wen habe ich getroffen? Vor einiger Zeit schrieb mich Lena an und war an einem Portraitshooting interessiert. Das ist ja erstmal nicht besonderes. Besonders wird es erst, wenn man weiß, dass Lena eine Musikerin ist. Sie singt, spielt nicht nur ein Instrument und schreibt selber Lieder. Wir könnten eigentlich unterschiedlicher nicht sein. Beim Abstimmen des ersten Shootings funkten wir allerdings ganz klar auf einer Wellenlänge. Schon im Vorfeld unseres ersten Shootings kamen uns wohl deswegen auch so zahlreiche Ideen. Ideen, von denen wir uns vornahmen möglicht viele auch umzusetzen. In einem einzelnen Shooting war die Fülle an gedachten Möglichkeiten natürlich nicht zu schaffen.

Eine gewisse Harmonie beim Schreiben sagt aber noch nichts über die tatsächliche Zusammenarbeit aus. Man kann sich online noch so gut verstehen und dann im echten Leben herrscht Funkstille. Kommt vor, ist mir aber zum Glück schon lange nicht mehr passiert. Auch mit Lena nicht. Wobei wir uns natürlich auch erstmal aneinander gewöhnen mussten. Vor allem zu Beginn eines jeden Shootings versuche ich nachsichtig zu sein und meinem Gegenüber Vertrauen zu geben. Auch Lena war erst ein wenig unsicher. Ein paar Späße später lief es wie geschmiert. Ab diesem Zeitpunkt wusste ich auch, dass es tatsächlich mehrere Shootings werden würden. Nicht nur, weil wir uns beim Shooting immer wieder aufs Neue inspirierten. Nein, mit Lena zu arbeiten ist auch eine gewisse Herausforderung, weil ich selbst und vor allem auch Lena recht große Ansprüche stellen. Und so hatten wir mittlerweile zwei Shootings.

Was mir immer wieder auffällt, Frauen sind beim Betrachten der Rohergebnisse auf dem Kameradisplay überaus selbstkritisch. Das Foto allgemein interessiert sie da meist gar nicht so sehr. Vielmehr achten sie darauf, wie ihre Handhaltung, ihr Gesichtsausdruck oder der Sitz ihrer Frisur ist. Zumindest sind das meist die Inhalte der ersten Aussagen, wenn ich ihnen zwischendurch ein paar der entstandenen Fotos zeige. So war es bei Lena auch, wobei sie hin und wieder auch zum gesamten Foto Anmerkungen gemacht hat. Sie hatte oftmals ebenfalls schon ein Bild im Kopf. Sie ist eben eine Künstlerin mit ihren eigenen Ideen und Vorstellungen, die sie glücklicherweise nicht für sich behält. Lena hat Vorschläge für Fotos gemacht, auf die ich von mir aus nicht gekommen wäre. Manch spontane Idee kam beiden uns sogar gleichzeitig. Das war vor allem dann beim zweiten Shooting der Fall.

Jetzt schreibe ich schon vom zweiten Shooting, ohne vorher so richtig auf das erste eingegangen zu sein. Für unser erstes Shooting trafen wir uns auf der Brühlschen Terrasse, dort war ich auch schon mit Rebekka. Vor allem im Bereich der Kunstakademie ist meist nicht so viel los und man kann relativ ungestört Fotos machen. Wir hatten uns vorgenommen Fotos mit einem Tuch zu machen. Naja, der Wind hat uns da einen Strich durch die Rechnung gemacht. Das Tuch blieb einfach nicht an Ort und Stelle. Macht ja nichts, da bin ich flexibel. Und so haben wir die Möglichkeiten vor Ort genutzt. Da der Wind recht kalt war, haben wir das Shooting nach nicht mal einer Stunde beendet. Das zweite Shooting hatten wir sowieso schon im Blick und waren uns einig, dass das dann irgendwo drinnen stattfinden sollte.

Das zweite Shooting fand dann an zwei sehr interessanten Orten statt. Begonnen haben wir in der Trödelschänke auf der Gewandhausstraße in Dresden. Eine wirklich tolle und einzigartige Lokalität. Auf die Frage von Lena, ob wir bei ihnen für eine CD fotografieren dürften kam ein promptes „aber natürlich“. Also haben wir uns kurz überlegt, was wir genau machen und Lena fiel eine alte Standuhr auf, die als Hintergrund für unser Vorhaben ideal war. Dank des süffigen Ginger Ales musste ich auch mal die Örtlichkeiten im Keller aufsuchen. Dort zog mich das Raucherzimmer gleich in seinen Bann. Zum Glück riecht das Zimmer nicht so stark nach Rauch, wie es sein Bestimmungszweck vermuten lässt. Dafür hat es einen ganz besonderen Charme, den wir fast eine Stunde lang für unsere Zwecke genutzt haben. Hier konnten wir auch endlich unseren Plan von Tuch-Bildern umsetzen. Und wie!

Teil zwei unseres zweiten Shootings führte uns mit der Straßenbahn nur ein paar Haltestellen weiter. Wir suchten den botanischen Garten auf und gingen direkt ins Tropenhaus. Nachdem ich mich kurz orientiert hatte, legten wir los. Viele Blüten waren leider noch nicht zu sehen, also mussten diverse Blätter und abermals ein Tuch als Accessoire herhalten. Ganz so produktiv, wie in der Trödelschänke waren wir im Tropenhaus nicht. Lag nicht nur an der falschen Jahreszeit, sondern auch an der Schwüle dort. Da ist es mit der Konzentration nicht unbedingt zum Besten bestellt, vor allem nicht, wenn der Körper noch das kalte Frühlingswetter gewöhnt ist. Und so gingen wir nach einer Weile nach draußen und liefen durch den botanischen Garten. Leider war die Zeit gegen uns und wir mussten den Garten verlassen. Natürlich nicht, ohne beim Gehen noch eine kleine Spende in die Box zu werfen. Nicht nur weil der Eintritt kostenlos ist, gebe ich immer gern etwas, es ist mir einfach ein Bedürfnis die Leistungen der Gärtner und Studenten zu würdigen. Nur durch sie ist der botanische Garten das, was er ist: einfach schön und immer wieder einen Besuch wert.

Ich habe oben geschrieben, dass Lena und ich grundverschieden sind. Warum eigentlich? Es lässt sich mit zwei Dresdner Stadtteilen verbildlichen. Sie ist die Neustadt und ich bin die Altstadt. Sie ist flippig, unkonventionell und etwas chaotisch. Ich hingegen bin eher ruhig, planvoll und in manchen Dingen vielleicht auch etwas spießig. Das passt doch eigentlich nicht wirklich zusammen und trotzdem verstehen wir uns sehr gut. Es ist faszinierend und spannend, mal völlig andere Sichtweisen zu erfahren und andere Lebensweisen kennen zu lernen. Ich muss ihnen ja nicht zustimmen oder sie für mich übernehmen, aber hinter den eigenen Horizont zu blicken kann nicht schaden. Im Gegenteil, so gibt man dem eigenen Charakter die Möglichkeit sich weiter zu formen. Das ist wie in der Fotografie. Wer immer nur ein Thema fotografiert, der wird zwar dort eventuell perfekt, wird sich aber fotografisch wohl nicht weiterentwickeln.


Da Lena sehr auf Natürlichkeit steht, sind die Fotos nicht übermäßig bearbeitet, mache sind überhaupt nicht bearbeitet. Und ich muss sagen, sie gefallen mir so auch besser. Eine perfekte Retusche würde auch nicht zu den Fotos passen. Ich habs bei ein paar Bildern gemacht und es sah einfach nicht stimmig aus. Wieder ein bisschen an Erfahrung gewonnen 🙂

1 Comment

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