Velvia 50 – mein Ausflug in die Dia-Welt

Fuji Velvia 50

Die Filmverkäuferin meines Vertrauens hat mir letztens den Fuji Velvia 50 ans Herz gelegt. Ich hatte gedacht, dass er eingestellt wird. Das stimmt jedoch nicht ganz, es gibt ihn jedoch nicht mehr als Planfilm. Als Rollfilm und Kleinbild wird er von Fuji weiterhin produziert. Mal sehen wie lange noch. Fuji streicht sein Angebot ja immer weiter zusammen, im Gegensatz zu Kodak. Die wollen wohl allem Anschein nach sowohl den Ektachrome E100 wieder auflegen, leider aber erstmal nur im 135er Format und nicht als Rollfilm.

Ich bin jetzt jedenfalls um einige Euro ärmer, aber dafür um 10 Rollen Velvia 50 reicher. Dank eines kleinen Rabatts waren die Filme bei Foto Görner sogar noch günstiger als bei Macodirect. Wenn ich schon einen neuen Film teste, warum dann nicht auch gleich mit einer neuen Kamera? Also kam die erste Rolle Velvia in meine neue Mamiya C330. Obwohl der Velvia eher für Natur- und Landschaftsaufnahmen gedacht ist und ich mir die C330 eigentlich für Portraits zugelegt habe, fand ich den Gedanken doch ganz gut. Also Film geladen und los gings. Naja, ganz so schnell ging es nicht.

Diafilm ist schon was besonderes und ist von seiner Charakteristik anders als ein normaler Farbfilm. Damit mir nicht das gleiche wie beim Rollei ATO 2.1 passiert, habe ich mich diesmal vorher belesen, wie ich den Velvia 50 behandeln muss. Bei dem Preis pro Rolle wäre viel Ausschuss doch sehr ärgerlich. Diafilm hat einen deutlich reduzierten Dynamikumfang, verglichen mit Schwarzweißfilm. Und er sollte eher auf die Licher belichtet werden, da er schnell ausbrennt. Ich habe all das befolgt und ein klein bisschen zu dunkle Negative erhalten, aber bin mit der ersten Rolle trotzdem zufrieden.

Als Ort meiner ersten Tests hat der Garten meiner Schwiegereltern gedient. Die Fotos sind also künstlerisch nicht besonders wertvoll, aber für mich zur Übung war es gut. Das Licht hat ziemlich starke Kontraste erzeugt und ich habe immer mehrmals das Licht gemessen, damit ich ja nicht falsch belichte und mir die Lichter ausbrennen. Benutzt habe ich die C330 sowohl mit dem 80mm f/2.8 als auch mit dem 180mm f/4.5. Beide Objektive sind optisch sehr gut, auch wenn das 180mm etwas empfindlich bei Gegenlicht reagiert. Jedenfalls stellen sie keinen limitierenden Faktor dar, der meine „Testergebnisse“ negativ beeinflussen würde.

Als ich meine Dias vom Entwickeln bei Görner abgeholt habe, war ich einfach nur begeistert. Diese Sättigung und diese lebendigen Farben, einfach klasse. Auch die Auflösung und das nichtvorhandene Korn finde ich sehr schön. Leider werden die Scans mit dem V600 den echten Dias nicht gerecht. Ich habe zwar in Lightroom versucht, die Fotos auf den Originallook zu trimmen, war dabei aber nur teilweise erfolgreich. (Ich bin mittlerweile recht enttäuscht von den Leistungen meines Epson V600, da er nicht annähernd hält, was versprochen wird.)

Also wie finde ich den Fuji Velvia 50 nun? Ich mag seine Farben sehr, die sind schön gesättigt und leuchten, ohne jetzt zu bunt zu sein. Ich kann das nicht wirklich begründen, die Farbwiedergabe gefällt mir einfach. Zudem ist er sehr scharf und hat eigentlich kein Korn. Sein reduzierter Dynamikumfang ist mein einziger Kritikpunkt, doch es ist halt ein Diafilm. Wäre er überall perfekt, bräuchte man ja keine anderen Filme mehr. Ich hätte nicht gedacht, dass mir Diafilm so sehr zusagen würde. Reine Gesichtsportraits würde ich mit ihm nicht machen, da er dafür dann doch zu sehr gesättigt ist. Für Fashion scheint er mir jedoch gut geeignet.

Die Zweite Rolle liegt mittlerweile auch schon in der C330, den dritten Film werde ich wohl mit der RB67 belichten und testen, wie sich diese Kombo schlägt.

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