Wieder ein neues Spielzeug – die Mamiya C330

Mamiya C330

Ich bin bekloppt, schon wieder eine neue alte Mittelformatkamera. Wieder eine von Mamiya, diesmal im Format 6×6 und diesmal eine zweiäugige Spiegelreflex-Kamera (TLR). Ich habe zwar mit der Reflekta II schon eine TLR in meiner Sammlung stehen, aber die funktioniert nicht. Die C330 dagegen funktioniert fast einwandfrei. Lediglich der untere Auslöseknopf mit dem Gewinde für den Kabelauslöser fehlt, aber da werde ich noch eine Lösung finden. Ansonsten kann an einer Mamiya der C-Serie gehäuseseitig kaum etwas kaputt gehen. Sie ist noch eine Kamera der alten Schule, für die Ewigkeit gebaut. Einzig der Balgen könnte undicht werden. Ist er bei meiner aber nicht. Einen beweglichen Spiegel hat sie nicht und der Zentralverschluss sitzt in den Objektiven, also auch hier kein Grund zur Beunruhigung. Das Problem stellen eher die Objektive dar. Der Seiko-Zentralverschluss kann verölen bzw. verharzen oder allgemein durch Schmutz in seiner Funktion beeinträchtigt werden. Außerdem habe ich noch nie so viele Auktionen von Objektiven mit Fungus gesehen, wie für die Mamiya C-Serie. Mein ursprünglich erworbenes 80mm hatte auch gut Fungus, den ich teilweise entfernt bekommen habe. Teilweise aber eben auch nicht. Macht ja nichts, denn die Mamiya C-Serie ist eins der wenigen TLR-Systeme, bei dem man die Objektive wechseln kann. Brennweiten von 55mm bis 250mm stehen dafür zur Verfügung.

Das Sekor 80mm f/2.8 ist das Standard-Objektiv und mit ihm wurde die C330 wohl auch meistens verkauft. Ich selbst besitze noch das 180mm f/4.5 Sekor Super, was ich mir für Portraits angeschafft habe (ca. 112mm KB-Äquivalent). Bei diesem Objektiv muss man beim Kauf aufpassen, denn häufig werden die alten 18cm als 180mm angeboten. Zwischen den Objektiven bestehen jedoch konstruktive Unterschiede, und nur das neuere und optisch bessere Super trägt die Bezeichnung 180mm. Lasst euch da nicht über den Tisch ziehen. Der Verschluss des Super lässt sich mit der C330 auch spannen, im Gegensatz zu anders lautenden Behauptungen, dass alles ab 180mm nicht mehr mit dem Filmtransport gekoppelt wäre. Das gilt nach meinen Recherchen nur für Objektive mit dem chromefarbenen Verschluss. Am 180mm Super existiert dafür eine Verlängerung des Verschlussspannhebels, gleiches gilt auch für das 18cm f/4.5 mit schwarzem Verschluss.

Jetzt mag die Frage aufkommen, warum ich denn noch eine Mittelformatkamera neben der RB67 brauche. Naja, brauchen ist das falsche Wort. Ich brauche sie nicht wirklich. Aber ich wollte sie. Und ich werde sie nutzen. Vor allem für Portraits, denn sie hat für diesen Zweck gegenüber der RB67 ein paar Vorteile. Sie ist zum einen deutlich leichter, vom Body her und auch von den Wechselobjektiven. Zum anderen ist das Normalobjektiv etwas lichtstärker als bei der RB67, f/2.8 gegenüber f/3.8, und es passen 2 Fotos mehr auf einen 120er Rollfilm (12 Stück). Trotzdem ist das Format nicht zu sehr verschieden, zwischen 6×6 der C330 und 6×7 der RB67 liegt nicht wirklich viel. Dass die Objektive der C330 als kürzeste Belichtungzeit 1/500s statt 1/400s bieten ist für mich nicht wirklich relevant. Durch die TLR-Bauweise fällt auch der Spiegelschlag weg, der bei der RB67 durchaus kräftig ausfällt – wie bei den meisten Mittelformat-SLRs. Damit ist sie auch deutlich leiser. Ein leichtes Klicken des Zentralverschlusses ist alles was man beim Auslösen hört, bei der RB67 rumpelt es schon ganz schön beim Auslösen. So leise wie meine Konica Auto S1.6 ist sie natürlich nicht.

Natürlich hat die C330 auch Nachteile, vor allem bedingt durch die TLR-Bausweise. Die entstehende Parallaxe muss bedacht und ausgeglichen werden, auch wenn die C330 dafür einen speziellen Zeiger hat, der die Oberkante der Aufnahme markiert. Daran muss man sich gewöhnen, aber das sollte kein Problem sein. Diese Anzeige und die Tatsache, dass der Objektivverschluss von der Kamera beim Weiterspulen gleich mit aufgezogen wird, sind auch die größten Unterschiede zur C220. Ein weiterer, jedoch auch verschmerzbarer Nachteil ist die Bindung an einen Film. Bei der RB67 kann ich die Filmmagazine wechseln und erreiche damit eine gewisse Flexibilität, die die C330 nicht bietet.

Werde ich Spaß mit der C330 haben? Ich denke schon, den ersten Film habe ich auch schon mit ihr belichtet. Ich muss ihn nur noch scannen. Bestimmt werde ich auch demnächst mal mit Vanessa losziehen und sie mit der C330 ablichten. Die FM2 und die RB67 bleiben dann wohl zuhause. Ich will nicht wieder die entstandenen Fotos vergleichen, das macht nur unglücklich.

1 Comment

  1. Wolfram Goldmann says: Antworten

    Hallo Paul ! Wurde auch Zeit bist Du Dir die Mamiya 6×6 kaufst.Sie ist schon etwas leiser als die RB,hat dafür aber licht hellere Objektive,und es macht Spaß mit ihr Fotos zumachen.Das was Rollei nie geschaft hat,für ihre zweiäugigen Wechsel Objektive zu bauen.Habe auch eine C330 super künstig bei Ebay erstanden.Wünsche Dir viel Spaß mit der neuen. L. G. Wolfram

Kommentar verfassen