Wellen von Pobierowo

Waves of Pobierowo I

Anlässlich des Hochzeitstages meiner Schwiegereltern verweilten wir an der polnischen Ostsee, im kleinen Örtchen Pobierowo (oder auch Poberow zu deutsch). Untergebracht waren wir im Wy&Spa, einem sehr schönen und gemütlichen Wellnesshotel direkt oberhalb des Strandes. Ein 4-teiliges Wohlfühl-Programm stand auf dem Plan, verschiedene Massagen zur Entspannung. Und da für mich Fotografieren auch eine Art Entspannung ist, fand meine Kameraausrüstung auch noch einen Platz im Auto. Doch die Fotografie spielte diesmal nicht so wirklich die erste Geige, aber das ist auch vollkommen in Ordnung.

Anders als die Ostseestrände von Usedom sind rund um Pobierowo Buhnen Mangelware, erst in Trzęsacz sind welche zu finden. Dort hinzukommen stellte sich jedoch als etwas zeitraubend heraus. Bei Facebook hatte ich jedoch von einem anderen Fotografen sehr interessante Langzeitbelichtungen vom Meer gesehen, die von einer besonderen Lebendigkeit waren. Solche Fotos zu machen war mein Plan B und dessen Ergebnisse könnt ihr hier sehen. Es sind Langzeitbelichtungen, die völlig anders sind, als meine bisher gemachten. Das Meer ist nicht völlig glatt und sie sind außerdem noch farbig.

Keins der Fotos habe ich länger als 15s belichtet und keines davon mit einem Weitwinkel aufgenommen. Landschaftsaufnahmen ohne Weitwinkel? Das geht doch nicht! Doch, das geht und sehr gut noch dazu. Allgemein hatte ich den fast gesamten Urlaub nur 2 Objektive an meiner Kamera, meine beiden Lieblingsobjektive: das 85mm Milvus von Zeiss und das 50mm Art von Sigma. Wieder hat mir bei den Art-Objektiven von Sigma der Wetterschutz gefehlt, so dass sie am letzten Tag gar nicht erst in den Fotorucksack kamen. Ein kalter, feiner Sprühregen zog über die polnische Ostsee und die Sigmas damit aus dem Verkehr. Zu groß ist mir bei so einem Wetter die Gefahr, dass mir Wasser in die Objektive kriecht und Schaden anrichtet. Ich schweife jedoch ab, zurück zu den Fotos.

Für das letzte Foto habe ich noch mal etwas anderes probiert, denn meine Neugier war geweckt, was noch noch alles gehen könnte. Warum nicht mal die Panoramafunktion vom Stativ nutzen und während der Aufnahme eine bewusste Bewegung erzeugen? Trotz gewollter Bewegung sollte mein Stativ natürlich stabil stehen, was einige Probiererei zur Folge hatte. Für die wenigen Passanten am Strand sicherlich ein amüsanter Anblick, wie da einer immer wieder sein Stativ in den Sand rammt und flucht, wenn der Boden sich dann doch noch verflüssigt. Letztlich hat es geklappt, als ich eine Stelle mit gefrorenem Sand gefunden hatte.

Nun ist mein Urlaub auch schon wieder vorbei, aber die nächsten freien Tage werfen ja mittlerweile unverkennbar ihre Schatten voraus. Da ich nächstes Jahr erstmal keinen Kalenderauftrag habe, kann ich über Weihnachten vielleicht mal wieder das ein oder andere Fotoprojekt in Angriff nehmen, dass mir noch so im Hinterkopf herumschwebt. Mal sehen, was kommt.


Übrigens wurde ich in Pobierowo davon überzeugt, dass Wellness gar nicht so verkehrt ist. Auch für Männer nicht 😉

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