Unterwegs am Lauch – analoges Intermezzo

Grünewalder Lauch III

Ich bin derzeit in den Tiefen meiner Festplatten und damit im Meer der dieses Jahr entstandenen Fotos unterwegs. Aber nicht aus freien Stücken. Erstens bin ich krank geschrieben (Männergrippe 😉 ) und zweitens ist war meine D750 derzeit bis vorhin beim Nikon Service (Verschlussproblem). Eigentlich wollte ich die Fotos vom Urlaub endlich fertig bearbeiten. Doch immer wieder schweife ich in andere Ordner ab und entdecke Fotos, die ich seinerzeit unbeachtet gelassen habe.

So auch eine Serie von Fotos, die ich im Februar diesen Jahres mit der Mamiya RB67 und dem Ilford HP5 Plus gemacht habe. Ich mochte den HP5+ erst nicht so richtig, doch eigentlich ist er ziemlich gut. Wenig Korn, gute Schärfe und schöner Kontrast mit reichlich Dynamik. Keine Ahnung, warum ich das erst anders sah. Wahrscheinlich eine überzogene Erwartungshaltung meinerseits. Jedenfalls stach mir diese Serie jetzt ins Auge. Sie zeigt den Grünewalder Lauch an einem schneelosen Wintertag, roh und kalt. Kein Ort zum Verweilen. Oder doch? Alleine war ich damals unterwegs und konnte die Ruhe genießen und mir Zeit nehmen.

Zeit für eine Langzeitbelichtung zum Beispiel. Nicht gerade die Stärke der Ilford-Filme, da sie doch einem ausgeprägten Schwarzschildeffekt unterliegen. Trotzdem geht es, wenn man den richtigen Korrekturfaktor des Datenblattes anwendet. Was mir aufgefallen ist, ist die Plastizität und Lebendigkeit der Fotos. Ist mir damals im Februar nicht aufgefallen. Jetzt schon und ich finde, dass ich wohl wieder öfter die „Dicke“ ausführen muss. Selbst wenn nur eins der 10 Filme auf einer Rolle gut wird, ist es dieses eine Foto, das die Mühen wert ist. Analoges Mittelformat hat einfach diesen besonderen Charme und einen unverwechselbaren Look.

Es hat sich wieder gezeigt, dass Fotos reifen müssen. Oder man selbst? Wohl beides. Es lohnt sich, immer mal wieder durch alte Kataloge oder Foto-Ordner zu stöbern, man kann dort die ein oder andere Entdeckung machen. Deswegen lösche ich auch alte, vermeintlich schlechte Fotos nicht gleich, sondern erst nach 2 bis 3 Jahren.

Achja, warum Intermezzo? Ganz einfach, weil es ein kleines Zwischenspiel während meiner „Operation“ Urlaubsfoto-Bearbeitung war.

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