Die ersten zwei Filme mit der Nikon FM2 und dem Nikkor 50mm f/1.2 Ai-S

Nikon FM2 mit Fuji Superia X-tra 400

In meinem letzten Beitrag ging es um die Entscheidung für den Kauf der Nikon FM2 (das N lasse ich jetzt einfach mal weg). Viel Zeit ist seitdem nicht vergangen, ich habe es trotzdem schon geschafft, zwei Filme mit ihr belichten. Einmal einen Fuji Superia X-tra 400 Farbfilm und einen Kodak Tri-X 400 Schwarzweißfilm, beide mit einer Nennempfindlichkeit von ISO400.

Aber von vorn. Kurz nach dem Kauf der FM2 habe ich sie gleich mit einem Kodak Tri-X 400 bestückt. Den wollte ich sowieso testen und warum nicht erstmal im Kleinbild? Das Einspulen des Films geht leicht und ohne Probleme. Bei der Konica Auto S1.6 und der Exakta Varex ist das deutlich frickeliger. Auch der Filmaufzug ist angenehm leichtgängig. Das erste Auslösen war dann schon ein bisschen was besonderes. Zwar hatte ich das laute „Klack“ des Verschlusses und des Spiegelklappens schon vorher gehört, aber dieses Klack bedeutete, dass das erste Foto im Kasten ist. Es sollten noch 37 weiter „Klacks“ folgen. 37? Ja genau, ich habe es hinbekommen 38 Fotos auf einen 36er Film zu bannen. Die FM2 setzt die Fotos schön eng aneinander, da gibt es kaum Verlust. Beim zweiten Film sind es sogar 38 und ein halbes Fotos geworden. Es lohnt sich also, das Foto vor dem eigentlich ersten Foto schon bewusst zu fotografieren und nicht nur wahllos abzudrücken.

Zwei Dinge sind mir noch beim Fotografieren mit der FM2 aufgefallen. Erstens ist der Sucher ein Gedicht, sehr hell und der Schnittbildindikator macht Fokussieren zum Kinderspiel, selbst bei f/1.2 sitzt der Fokus (nur Verschwenken sollte man das 50mm f/1.2 nicht, dann war’s das mit der Schärfe). Und zweitens, der integrierte Belichtungsmesser macht seine Sache gut, auch wenn ich die Wichtung 40/60 zu Gunsten des Zentrums etwas unglücklich finde. 20/80 wäre mir, wie den meisten anderen Nutzern auch, lieber. Egal, er liefert konsistente Ergebnisse. Was die Ergonomie angeht, ist sie nicht ganz optimal. Aber auch das führt zur Entschleunigung, wie die analoge Fotografie allgemein, und stört mich deshalb wenig.

Was den Kodak Tri-X 400 betrifft, bin ich sehr zufrieden. Das Korn auf den Fotos hat Charakter und der Kontrast ist sehr angenehm. Scharf ist er sowieso und die Dynamik ist ebefalls gut. Auch die spektralen Eigenschaften sind mir lieb. Wenn er doch bloß nicht so teuer wäre. Mal sehen, wie sich der Kodak T-max 400 im Vergleich schlägt.

Der zweite Film, der Fujifilm Superia X-tra 400, kam direkt danach zum Einsatz. Auch hier hat der Belichtungsmesser der FM2 kein einziges Mal versagt. Im Gegenteil, wenn eine Belichtung daneben liegt, dann, weil ich nicht auf ihn geachtet habe. Selbst die recht schwierigen Situationen im Gegenlicht oder mit der weißen Wand (direkt von der Sonne angestrahlt) hinter der Blumenampel hat der Belichtungsmesser der FM2 gemeistert.

Bei beiden Filmen ist mir aufgefallen, dass das Nikkor 50mm f/1.2 Ai-S sehr scharf ist, aber auch etwas stärker Verzeichnet. Das Bokeh ist in Ordnung, vor allem auf Film. Bei Gegenlicht erscheint ein deutlicher Flare, aber das ist vollkommen okay. Sehr schön ist der Blendenstern, dank der 9 Blendenlamellen. Bei f/1.2 muss man schon sehr genau fokussieren, damit der Fokus auf dem richtigen Punkt liegt. Alles in allem harmoniert das Nikkor 50mm f/1.2 Ai-S perfekt mit der Nikon FM2.

Nun noch ein paar Worte zum Fuji Superia X-tra 400. Er hat mich positiv überrascht, denn für einen so günstigen Film (11,50€ für 3 Filme bei macodirect) leistet er doch ordentlich ab. Sehr schöne Farbwiedergabe und hervorragende Schärfe bei sehr geringem Korn. Sehr große Dynamik-Reserven, vor allem in den Lichtern. Das Foto „Gegenlicht“ habe ich auf die Konifere vorn belichtet und trotzdem brennt lediglich die Sonne selbst etwas aus, der Himmel an sich zeigt immernoch eine gute Zeichnung.

Umso mehr ich mit der FM2 fotografiert habe, desto mehr musste ich mich daran gewöhen, für mindestens 24 Fotos (aber eher 36) nur einen Film nutzen zu können. Das ist nochmal eine ganz andere Herausforderung. Mit der Mamiya RB67 habe ich die Möglichkeit das Magazin zu wechseln und somit z.B. zwischen S/W- und Farbfilm oder zwischen verschienden Empfindlichkeiten zu wechseln. Das geht mit der FM2 nicht. Eine Lösung wäre die Nutzung von ISO400-Filmen. Sie ermöglichen mir eine gewisse Flexibilität am Tag und in der Nacht, die ein ISO100-Film nicht bietet. Vor allem nicht wenn es dunkel wird. Eine weitere Lösung wären zwei Kameras, das ist jedoch eigentlich keine Option. Also doch die empfindlicheren Filme.

Wie ursprünglich von mir geplant, ist die Nikon FM2 zusammen mit dem Nikkor 50mm f/1.2 Ai-S meine Immer-dabei-Kamera geworden. Da ich fast nur noch Objektive ohne Blendenring habe, nützt mir das F-Bajonett der FM2 recht wenig, auch wenn es erstmal nach einer super Kompatibilität klingt. Während alle Ai-S-Objektive an der D750 funkionieren, funktionieren die AF-S-Objektive nicht an der FM2, da sie keine kameraseitige Blendeverstellung ermöglicht. Lediglich das 12mm Fisheye von Walimex/Samyang und mein altes 200mm f/4 Ai Nikkor funktionieren somit, neben dem 50er, noch an der FM2. Jetzt ärger ich mich natürlich sehr, dass ich das 105mm f/1.8 Ai-S vor einiger Zeit verkauft habe.

Mit der FM2 kommt nun ein weiteres Kapitel in der Analogfotografie für mich hinzu und es wird wohl hoffentlich kein kurzes werden.

Kommentar verfassen