Zurück zu den Wurzeln – oder eher: auf zu neuen Ufern

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Ich versuche mich fotografisch weiter zu entwickeln, vor allem auch bewusster zu fotografieren. Doch die digitale Fotografie verleitet einen immer wieder eben gerade das nicht zu tun. Ein Foto mehr oder weniger stört nicht und koste ja auch im nichts. Folglich geht nach jedem Foto der Blick erstmal aufs Display. Ist es schön, bleibt es, ist es nicht schön, wird’s gelöscht. Ganz einfach. Doch hier liegt das Problem. Man beschäftigt sich nicht mehr damit, warum ein Foto gut ist oder warum es überhaupt wirkt wie es wirkt. Man könnte sich jetzt zwingen nicht mehr aufs Display zu gucken und erst zuhause die gemachten Fotos zu begutachten.
Ein anderer Weg ist einfach sich zurück zu besinnen. Konnte man bei der Analogfotografie mal schnell überprüfen, ob die Fotos geworden sind? Nicht wirklich. Man musste sich vorher sicher sein. Was will ich und wie soll das Foto wirken? Das alles lässt sich mit Blende, Belichtungszeit und Filmwahl beeinflussen.

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Und so habe ich mir eine analoge Mittelformatkamera zugelegt. Genauer gesagt eine Pentax 645. Und damit ziehe ich nun los und fange wieder an zu fotografieren. Bewusst und voller Neugier, was aus meinen Versuchen wird. Derzeit bin ich noch auf der Suche, welche Filme für meine Art der Fotografie am besten geeignet sind. Die beiden Ilford-SW-Filme FP4 Plus und HP5 Plus gefallen mir schon sehr gut, auch den Ektar von Kodak finde ich gut. Da lässt sich im Zweifel noch einiges herausholen. Doch eigentlich will ich gar nicht mehr so viel in der Nachbearbeitung machen (müssen). Das Foto (Ilford HP5 Plus / ISO400) oben ist zum Beispiel völlig unbearbeitet. Ich habe lediglich das Negativ gescannt.

A propos bewusster fotografieren. Manchmal erzielt die (sowohl in der Pentax, als auch in meiner D750 sehr gute) Belichtungsmessung nicht das, was man eigentlich will. Woher soll sie auch wissen, was man genau will? Manchmal soll ja absichtlich der Himmel etwas überstrahlen oder die Schatten dürfen ruhig auch mal absaufen. Hier muss man dann manuell fotografieren. Und da wirds ohne externen Belichtungsmesser mit der analogen Technik spannend. Ich behelfe mich dann mit meiner D750 und gucke, ob meine Einstellungen halbwegs passen. Ist zwar ein kleiner Selbstbetrug, aber bei Kosten von ca. 9€ pro Rollfilm (bzw. 15 Fotos) inklusive Entwicklungskosten will ich mir da wenigstens etwas sicher sein. Beim Fokus kann ich mir wegen des großen hellen Suchers absolut sicher sein. Fehlfokus hatte ich bisher noch keinen.

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Ich lasse meine Filme in einem Fotolabor in Dresden entwickeln, Foto Görner um genau zu sein. Sie sind günstig und recht schnell. Außerdem mag ich die freundschaftliche Atmosphäre.

Jetzt brauche ich nur noch ein paar willige menschliche Models, die sich vor meine Dicke (so nenne ich die Pentax 645) trauen. Freiwillige vor 😉

Zum Schluss gibt es noch mein Lieblingsfoto, das mit der Pentax entstanden ist. (Ich werde es bei Gelegenheit nochmal ohne Staub scannen 😀 )

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  1. […] Natürlich zwingt mich die analoge Technik dazu, wirklich bewusster zu fotografieren und mir mehr Ge… […]

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